In der untersten Etage des Münzturms befindet sich gut geschützt das Münzprägezimmer. Das ist wichtig, denn allein das Recht Münzen fertigen zu dürfen, war und ist etwas sehr besonderes. Dazu kommt der Materialwert der Münzen, die damals noch aus Gold und Silber bestanden haben.
Der Bauplatz wurde schon in dem letzten Bauabschnitt vorbereitet und befindet sich zwischen dem Zwingertor und der neuen Außenmauer. Als Erstes wird der Schmelzofen eingebaut. Er dient zum Schmelzen der Edelmetalle und besitzt eine massive Eisentür, um die Hitze im Ofen zu behalten. Daneben erkennt man eine Sammlung an Stempeln, um das Motiv in die Münzen zu prägen.
Um, trotz des unpraktischen schrägen Winkels, die Außenwand befestigen zu können, werden kleine Gelenke genutzt. Diese sorgen nicht nur für einen stabilen Halt, sondern ermöglichen auch eine lückenfreie Verbindung, da sie im Inneren der Wand versteckt werden. Außerdem erhält die Mauer Stützwände, um das Gewicht des Turms ableiten zu können.

Zum Schutz dieses Raumes wird eine schwere Tür gefertigt, die aus massivem Holz und eisernen Beschlägen besteht. Eine zweite Tür wird vor dem Pulverlager angebracht, in welchem Fässerweise Schießpulver gelagert werden. Es befindet sich neben den Kanonenkugeln an der Burgmauer. Auch hier ist ein abgegrenzter Zugangsbereich wichtig, um sich gegen unbeabsichtigte und mutwillig herbeigeführte Explosionen schützen zu können.
Gegenüber des Ofens, neben dem Aufstieg zum Wehrgang, werden die Münzen gefertigt. Der hölzerne Block auf der rechten Seite wird auch Prägestock genannt und dient zum Fixieren der Münze während dem Einprägen des Motivs. An dem langen Tischen erhalten die Münzen ihren letzten Schliff. Dabei werden Metallreste entfernt und die Qualität der Prägung kontrolliert.

Da die Wand des Münzprägezimmers zum Innenhof nun hoch genug ist, kann die Außenmauer fertig gestellt werden. Von dieser wurde im letzten Beitrag nur der Teil am alten Burgtor aufgebaut. Dank fortgeschrittener Bautechniken kann eine Zierkante an der Mauerkrone angebracht werden. Das Geländer Richtung Innenhof hingegen wird in bewährter Brechstangentechnik errichtet.
Der Blick von oben in das fertige Münzprägezimmer ermöglicht es alle Details zu sehen. Dabei kann man auch gut die Dicke der Wände erkennen, die beinahe die Hälfte der Grundfläche einnehmen. Um auch seitlich in den Raum schauen zu können, lässt sich trotz der massiven Bauweise die rechte Hälfte der Außenwand aufklappen.
Mit der Vollendung des Münzzimmers ist das Ende dieses Bauabschnittes erreicht. Weiter geht es nächste Woche mit den Wehrgängen über dem Zwingertor.







